Kurze Randinformation

In der neuesten Ausgabe von “hart aber fair” werden einige interessante Dinge besprochen die gut und ergänzten zu meinem Artikel über das Deutsche Bildungssystem passen.

Auf jedenfall eine sehenswerte Diskussionsrunde:

hart aber fair -Jung, arm, chancenlos -
Wie aus Kindern Hartzer werden!

Konservative sind weniger intelligent

 Ich habe heute einen interessanten Artikel  auf der Homepage der Süddeutschen gefunden. Der im ersten Moment polemisch wirkende Text scheint durchaus wissenschaftlich untermauert zu sein, aber seht selbst:

http://www.sueddeutsche.de/wissen/157/504370/text/

Muttertag

Muttertag

 

Es regnet.

 

Unsere alte Katze lauert auf dem Fensterbrett und beobachtet den Wind der die toten Blätter von den Bäumen weht. Wir trinken Kaffee und essen Kuchen, wie jeden Sonntag nach dem Kirchbesuch.

Er sitzt in seinem Sessel und trinkt eine Tasse bitteren schwarzen Kaffee. Nur Sonntags arbeitet er nicht auf dem Feld und lässt seine Mistgabel im Geräteschuppen. Seit dem plötzlichen Tot meiner Mutter, der auf den Tag genau zehn Jahre zurück liegt, kümmert er sich um mich und liebt mich wie ein guter Ehemann.

Aber er möchte diese Liebe nicht öffentlich zeigen, er sagt das wäre nicht moralisch, denn wenn wir unsere harmonische Beziehung öffentlich zur Schau stellen würden, könnten Andere neidisch werden.

Wir sollten dankbar sein, ein solch erfülltes Leben führen zu können, aber sollten dabei bescheiden bleiben. Wir sollten dankbar sein.

 

Ein Teller fällt zu Boden und bricht.

 

Die verdammte Katze deiner Mutter hat auf meinen Teppich gepisst!“ schreit er.

Ich bin bereits damit beschäftigt das Unglück zu beseitigen. Er wirft seine Tasse nach mir, der heiße Kaffee brennt in meinem Gesicht. Erschrocken fliehe ich in den Geräteschuppen, aber bevor ich die Tür von innen verriegeln kann holt er mich ein und würgt meinen Hals. Ich bin kurz davor das Bewusstsein zu verlieren, alles was ich noch wahrnehme ist das Fauchen der Katze.

Das erste Mal seit zehn Jahren wehre ich mich und stoße ihn mit letzter Kraft von mir.

 

Der Regen ist vorbei.

 

Aufgespießt auf drei blutigen Zacken, sehe ich seinen toten Körper.

Zehn Jahre nach dem Tot meiner Mutter habe ich ihren Mörder umgebracht, meinen Ehemann, meinen Vater.

 

März 2006 Klaus-Michael Semmler

 

 

Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche

Zu diesem Thema wurde natürlich schon viel geschrieben. Die Berichterstattung in den Medien ist kaum zu ignorieren, und alle haben Recht:  der Umgang der Kirche mit den Fällen ist stellenweise tatsächlich fragwürdig. Für besonders eigenartig hielt ich persönlich, dass die Kirche erst alle Fälle selbst untersucht bevor irgendwelche Informationen an die Staatsanwaltschaft weiter gegeben werden, als wäre diese Organisation von unserem Rechtstaat getrennt und könnte selbst entscheiden  wie mit den Tätern nun gerecht umgegangen werden kann und wie nicht. Außerdem wurden den Tätern von kirchlicher Seite Psychologen und Betreuer an die Seite gestellt während sich kaum um die Opfer gekümmert wurde. Teilweise wurde sogar eine Art Schweigegeld angeboten damit die Fälle nicht publik werden. Das Zölibat wird weiterhin hoch gehalten und generell kann man die Entscheidung für das Zölibat von den Priestern ja respektieren, verlieben sie sich im Laufe ihrer Amtszeit  und verstoßen gegen diese Enthaltsamkeit kündigt die Katholische Kirche ihre Stelle- in dieser Hinsicht werden die Priester also von der Kirche dazu gebracht ihre eigene Sexualität zu unterdrücken was auf dauer bestimmt in den wenigsten Fällen sonderlich gesund ist.

In der neuesten Folge von “Hart aber Fair” wird in meinen Augen ziemlich gut ausführlicher über die Vorfälle berichtet, wer sich näher über das Thema informieren will kann ich die Sendung nur ans Herz legen.

http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/sendungen/2010/20100224.php5?akt=1

Bildungssystem in Deutschland

“Bildung ist unser höchstes Gut” , “Unser Wissen ist unser letzter Rohstoff”, “Die Zukunft Deutschlands liegt in der Bildung” -ein Haufen abgedroschener Phrasen die von Politikern gerne alle naselang Verwendung finden und inhaltlich auch größtenteils korrekt sind.
Doch trotz der inflationären Verbalisierung der Wichtigkeit von Bildung heißt es immer wieder, dass unser Schul- und Bildungssystem ungerecht und uneffizient sei. Wie es zu solchen Meinungen kommt, muss man nicht lange fragen wenn man sich einige Statistiken und Hauptkritikpunkte ansieht.

Viel zu große Klassen, viel zu wenige Lehrer und viel zu viel ausfallender Unterricht. Veraltete Bücher, wenig mediale Möglichkeiten und ein immer weiter abnehmendes Angebot an musischen Fächern wie Theater oder Kunst. Unser letzter Rohstoff scheint wenig Wertbeständig zu sein, selbst die OECD schreibt in einem Bericht, dass die Bundesrepublik Deutschland jährlich rund 32 Millarden Euro mehr für Bildung ausgeben müsste als sie es momentan tut.

Klar, jeder der im Deutschen Bundestag sitzt würde sich gerne für diese Summe einsetzen aber wie Fr.Merkel bereits 2006 zu sagen pflegte: “Bildung ist Ländersache”. Stattdessen gibt es 2010 eine Rekordneuverschuldung von 86 Milliarden Euro, die später von der Generation bezahlt werden muss, in die man heute nicht bereit ist zu investieren.

Der Druck auf die Schüler wächst und wächst: Das Wegfallen der Orientierungsstufe, Abitur in 12 statt 13 Jahren und ein immer komplexerer Unterrichtsplan werden direkt mit in die Schultüte gepackt. Auch wenn ein Schüler mangels Vertretungslehrer nur 25 Prozent seines eigentlichen Wochenunterrichts wahrnehmen kann wird von ihm erwartet top Leistungen zu bringen, die sich unter anderem auch in der Pisastudie wiederspiegeln sollen. Die Prämisse lautet nach wie vor: Der Deutsche Nachwuchs muss in einem globalisierten Markt international Wettbewerbsfähig sein.
Diese Faktoren führen dazu, dass die Schülerinnen und Schüler unter enormen Stress stehen und mittlerweile jeder fünfte psychologischer Hilfe bedarf. Um die Erwartungen zu erfüllen ist die Inanspruchnahme von Nachhilfeunterricht, gerade auf Gymnasien, längst keine Besonderheit mehr.

Noch problematischer wird es, wenn niemand die Nachhilfe zahlen kann und die soziale Ungerechtigkeit auch vor dem Bildungswesen keinen Halt macht.
So ist neben der Leistung eines Kindes seine soziale Herkunft ein entscheidender Faktor für seine Schullaufbahn. Beispielsweise muss ein Schüler aus einer sozial schwachen Familie etwa 50 Prozent mehr Leistung bringen um eine Empfehlung für ein Gymnasium zu erhalten als ein Mitschüler dessen Eltern Ärzte sind. Vergleicht man die letzten Zeugnisse von zwei Schülern, bevor einer auf die Hauptschule und der andere auf das Gymnasium geschickt wurde, kann man in vielen Fällen feststellen, dass der Hauptschüler einen equivalenten oder besseren Notenschnitt hatte. Kinder aus Arbeiter- oder Arbeitslosenfamilien sind also generell benachteiligt und ihr Weg ist in den meisten Fällen schon vorgezeichnet.
Diesen Umständen zur Folge erreichen nur 20 Prozent aller Schüler aus der Unterschicht das Abitur, während es bei Kindern deren Eltern Studiert haben 80 Prozent sind. Die Aufstiegschancen sind sehr beschränkt und vorhandene Strukturen gefestigt.

Eine Hochburg dieser Selektion ist das reine Gymnasium. Die Chancen dort auf eine Facharbeitertochter zu treffen ist 4,25 mal geringer als sich mit einer Akademikertochter zu unterhalten. Ein großer Teil dieser Zahlen ist den Lehrern zu Lasten zu legen.

Es ist psychologisch erwiesen, dass man sich am liebsten mit Menschen umgibt die sich ähnlich kleiden, bewegen und mit deren Sprachgebrauch man vertraut ist- selbst Richter lassen in ihr Urteil einfließen ob der Angeklagte ihnen symphatisch ist oder nicht, auch Lehrer sind gegen diese Subjektivität nicht immun. Aufgrund dessen ändern sich mit einem Lehrerwechsel in einem Schulfach häufig die Noten trotz gleichbleibender Leistung.
Wegen dieser Tatsache und der relativ monopolen Machtstellung der Lehrkräfte ist beispielsweise das Erwähnen von Ungerechtigkeit, bei der Besprechung von mündlichen Noten, seitens der Schüler kein pures gejammer sondern Fakt.
Kennt man Schüler A seit 9 Jahren (Klasse 4-13), findet ihn symphatisch und hat schon ein paar Dinge mit ihm erlebt (Klassenfahrten, Ausflüge etc.) und vergleicht ihn mit Schüler B, einem aufgestiegenen Haupt- bzw. Realschüler den man seit 3 Jahren (Klasse 10-13) kennt, dessen Kleidungsstil einem nicht passt und zu dem man sonst keinerlei Bezug hat, wird man Schüler A tendenziell wohlwollender benoten als Schüler B.

 

Betrachtet man nun all diese Punkte muss man zur Kenntnis nehmen, dass
dringend etwas getan werden muss, denn: “die Zukunft Deutschlands liegt in der Bildung”…

(Deris Tes / 2010)

„Wettbewerb um Leistungen, Preise und Qualität…“ Was plant Schwarz/Gelb im Gesundheitswesen?

Hey, ich wollte euch kurz mal auf einen Artikel von Julian Bartels aufmerksam machen.

In dem Text werden, wie ich finde, einige interessante Punkte angesprochen, aber lest am besten selbst:

http://www.rote-gruetze-magazin.de/706.html

(Deris Tes / 2010)

Äußerst amüsant

ein Ahnungsloser, ein Faulpelz und ein Schelm treffen aufeinander.Der Schelm hat einen längeren Text verfasst und möchte, dass sich die beiden sein Werk durchlesen da er daran nächtelang gearbeitet hat.

Gelangweilt überfliegt der Faulpelz kurz den Text und fängt garnicht erst zu

lesen an weil er sich dazu leider nicht motivieren kann. Der Ahnungslose hingegen ist neugierig und hat sich vorgenommen den ganzen Text durchzulesen, denn der Schelm hat ihm versichert sich ganz besonders viel mühe gemacht zu haben.

Der Ahnungslose fängt an zu lesen, “Hallo lieber Leser der sie diesen Text hier lesen, vielen dank, dass sie dich die Zeit nehmen”. der Ahnungslose liest weiter und weiter bis er den Text fast fertig gelesen hat.

der Schelm guckt den Ahnungslosen schon die ganze zeit erwartungsfreudig an, da er die Schlusspointe sehr raffiniert ausgefeilt hat und ganz besonders stolz auf eben diese ist.

Noch ein paar Zeilen hat der ahnungslose vor sich, dann ist er fertig- die Spannung steigt.

Nachdem der Ahnungslose den Text fertig durchgelesen hat guckt er den Schelm verdutzt und ratlos an, eigentlich hatte er erwartet etwas lustiges, unterhaltsames zum lesen zu bekommen doch stattdessen hat ihm der Schelm nur die Zeit gestohlen. der Schelm freut sich denn genau

das war sein Plan und er hofft, dass viele Menschen sich seinen ganzen Text durchlesen werden.

(Deris Tes / 2010)

Samstag Nacht

Samstag Nacht-Felix Wochenendnächte sind schon seit Jahren von Clubbesuchen und Parties geprägt und selten vor sechs Uhr morgens zu Ende. Er ist nun 28 Jahre alt, aber auch nach über einer Dekade wildem Nachtleben wird ihm dieser Lebensstil nicht langweilig. Unter der Woche sitzt er im Büro und wurde sogar vor kurzem Befördert, aber an den Wochenenden will Felix einfach nur ausgelassen Spaß haben. Auch die heutige Nacht verläuft bis jetzt genau nach Felix Vorstellungen: feiern, tanzen und Frauen. Seit einiger Zeit verzichtet er dabei gänzlich auf Alkohol, nicht weil es ihm nicht schmecken oder anheitern würde- aber Felix kann agressive, betrunkene Typen überhaupt nicht leiden und hat diesem schlag Mensch im nüchternen Zustand wesentlich mehr entgegen zu setzen.Und wenn man wie Felix lebt und es sich zum Ziel gemacht hat ein paar Lektionen an vollgetankte Unruhestifter zu verteilen rentiert sich diese Entbehrung in jedem Fall, so gut wie keine Samstag Nacht vergeht ohne pöbelnde, streitsüchtige Jungs.

Es ist gerade halb Vier als Felix alleine den Club verlässt und kurz durch die Stadt schlendert.

Er will niemanden provozieren, aber das ist auch nie nötig, auch heute nicht.

Felix kommt an einer Gruppe von sechs Jugendlichen vorbei und ihm ist klar, dass gleich Sprüche in irgendeiner Form aufkommen werden. In seinem Kopf legt er sich schon mal alles zurecht.

“Guck mal seine Mutter ist bestimmt auch ne Hure”, wie immer fällt der Satz erst nachdem Felix die Gruppe schon ein paar Meter hinter sich gelassen hat, er bleibt stehen und ist über die Kreativlosigkeit der Provokation sogar leicht amüsiert. Es war nie so, dass er sich irgendwie durch die Äußerungen an sich angegriffen gefühlt hätte, aber es macht ihm schon zu Schaffen, dass sich die Typen die solche Sprüche bringen wahrscheinlich sehr cool vorkommen.

“Oh er bleibt stehen, willst du Stress oder was? Geh weiter…”

Immer wieder das gleiche Schema. Felix antwortet nur sachlich: “Nein ich gehe nicht weiter. Ich bleibe hier stehen.”

“Okay Pisser, wie du willst”, die sechs Jugendlichen stehen auf und bewegen sich wutschnaufend auf Felix zu. In all den Jahren hat Felix gelernt, dass es eine wenig gute Idee ist zu warten bis man den ersten Schlag abbekommen hat, also geht er der Gruppe ein paar Schritte entgegen und eröffnet den Kampf von sich aus. Angriff ist die beste Verteidigung.

Einer der Jugendlichen hebt instinktiv die Fäuste schützend vor sein Gesicht, was an sich eine gute Idee ist, denn auf der Straße wird immer zuerst gegen den Kopf geschlagen- Außer man steht Felix gegenüber. Mit einem gezielten Leberhaken setzt er den vollgetankten Jugendlichen Nummer eins außer Gefecht. Im Bruchteil einer Sekunde hat Felix dem nächsten Gruppenmitglied eine Kniescheibe zertrümmert. Die folgende Schrecksekunde wurde von Felix schon immer geliebt, diese Leute rechnen in den seltensten Fällen mit aktiver Gegenwehr. Felix ist auch nie angetreten um eine harmlose Keilerei zu durchleben sondern um die betrunkenen Typen direkt ein paar Tage auf die Intensivstation des nächst gelegenen Krankenhauses zu beurlauben.

Die Chrurgie darf sich über Arbeit freuen. Felix trifft nicht wirklich auf Widerstand und nach jedem Schlag von ihm liegt ein weiterer Jugendlicher am Boden.

Ein Streifenwagen biegt um die Ecke und zwei Polizeibeamte steigen aus dem Auto. Felix weiß, dass die pöbelnden Typen in den seltensten Fällen Anwärter auf den Friedensnobelpreis sind, er hingegen hat ein intaktes Berufsleben und eine reine Weste vorzuweisen, außerdem ist er nüchtern. Er weiß was jetzt kommt, aber in zwei Stunden kann er sich schon zu Hause ins Bett legen und sich für das kommende Wochenende ausruhen.

(Deris Tes / 2010)

Mr.Letman

Seit einigen Jahren musste er sich immer wieder mit diesem seltsamen Typ treffen.Er mag ihn nicht und ist nicht gerade übermäßig stolz auf diese Bekannschaft, doch ihm fällt kein anderer Ausweg ein- eigentlich fällt ihm überhaupt kein Ausweg ein aber dies ist in seinen Augen die beste Ausweichmöglichkeit. Nun sitzt er wieder hier,Mr.Letman, er sitzt hier wo sie sich auch die letzten Male getroffen haben, an einem Tisch gegenüber von diesem Typ.Mr.Letman ist es gewohnt die Luft von Rauch durchzogen vorzufinden, doch heute ist es ganz besonders schlimm und ein Husten muss unterdrückt werden- er hustet.

Sein Gegenüber raucht an einer Zigarette doch Mr.Letman nimmt ihm das nicht übel, auch wenn er bei jedem treffen husten musste und der Typ ahnen könnte das Mr.Letman Nichtraucher ist erwartete er keine Rücksicht, es kam auch nie zur direkten Ansprache.

Der Typ fängt an zu reden. diese Gespräche sind bekannt und man hat das Gefühl sein bestreben liegt einzig und allein darin Mr.Letman zu widersprechen. Doch gerade diese hitzigen Debatten bringen Mr.Letman immer wieder dazu hier her zu kommen. Trotz des beißenden Qualms und einem Gesprächsverlauf der so gut wie immer ins Nichts führt sucht Mr.Letman den Dialog. Dennoch verfinstert sich die Stimmung schlagartig: wie aus dem nichts schießt der Typ einen Pfeil los, er zündet eine Atombombe die den direkten Kurs auf Mr.Letmans Selbstbeherschung eingeschlagen hat.

Die Asche fällt auf den Boden und die Zigarette wird in eine Ecke des Raumes geschnipst.

Der Raucher fängt an von Mr.Letmans Tochter zu erzählen. Der Zusammenhang wäre egal gewesen,denn allein die Tatsache das der Typ von seiner Tochter weiß ist schockierend genug. So viele Diskussionen aber dies war das erste Mal, dass über Familie geredet wurde, eine Grenze die Mr.Letman eigentlich nie überschreiten wollte. Es gibt vertrauenserweckendere Persönlichkeiten als die von Rauch umhüllte Gestalt die ihm gegenüber sitzt. Und dennoch mutet das bloße Wissen über die Tochter im Vergleich zu den kommenden Sätzen geradezu beruhigend an.

Der Typ gesteht, dass er Mr.Letmans kleines Mädchen entführt und vergewaltigt hat.Diese Worte klingen nicht so absurd wie sie hätten klingen sollen denn Mr.Letmans Tochter wird zur Zeit tatsächlich vermisst und niemand weiß genau wo sie sich aufhalten könnte. Erschreckende Details, grausame Einzelheiten und bizarre Fantasien überschwemmen Mr.Letman und ihm wird übel.

Er hat gedacht alles würde leichter werden wenn er die Wahrheit kennt und Gewissheit hat- aber es ist unerträglich. Er hat gedacht es macht ihn stark wenn er es aushält- aber es macht ihn wahnsinnig wenn er es aushalten muss.

Die Wut kocht, Hass und Zorn nehmen Ausmaße an die einem Mann körperliche Schmerzen bereiten. Es verletzt einen bis man nicht mehr in der Lage ist sich zu kontrollieren- Mr.Letman bekommt keine Luft mehr und er legt durchaus keinen Wert darauf seine Gefühle im Zaun zu halten. Er springt über den Tisch und würgt den Typ heftig. Er tobt und schreit aus vollem Hass heraus während er alles vergisst was ihm jemals an Anstand und Moral beigebracht wurde. Dieser Typ hat Mr.Letmans Tochter vergewaltigt und nun ist die Gelegenheit da sich an diesem Mann zu rächen, wie oft gibt es solche Möglichkeiten?

Mr.Letman will sie ausschöpfen.

Eine Frau in weiß betritt den Raum und Mr.Letman betrachtet sie im Wahn. “Stress im Raucherzimmer”, diese Worte klingen in seinem Kopf und kurz darauf betreten ein paar breitgebaute Männer die Bildfläche.

Einer dieser Männer spricht Mr.Letman an und fragt warum er so laut redet. Ehe er Antworten kann spricht die Frau in weiß: “Der Mann ist Shizophren.”

(Deris Tes / 2010)